Durch alle Instanzen ficht Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner für ein Sreikrecht für Vertragsärzte - bisher erfolglos.

Nun liegt seine Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe vor.

Chapeau lieber Herr Kollege Baumgärtner. Wie konsequent Sie das bis zu Ende durchziehen. Da kann sich mancher von Ihren Kolleginnen und Kollege in ähnlicher Position eine Scheibe abschneiden. Man kann nur hoffen, dass Ihre Bemühungen und Ihre Beharrlichkeit von Erfolg gekrönt werden.

1955 verständigen sich Politik, Kassen und Ärzteschaft auf das Kassenarztrecht. Das Gesamthonorar soll sich von nun an am Leistungsvolumen der Mediziner und nicht mehr an der allgemeinen Lohnentwicklung orientieren. Dafür verzichten die Ärzte auf das Streikrecht und akzeptieren eine verbindliche Schlichtung durch Schiedsämter. Am 25.Mai 1955 wird das Gesetz über das Kassenarztrecht im Deutschen Bundestag verabschiedet. Das neue Recht stützt sich in  vielerlei Hinsicht aufdie Vereinbarungen von 1931. Die KVen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts und somit Träger der mittelbaren Staatsverwaltung. Ihnen obliegt es vor allem, die ambulante ärztliche Versorgung sicherzustellen, die Rechte der Ärzte gegenüber den Krankenkassen zu wahren, Verträge auszuhandeln und das Gesamthonorar auf die Mitglieder zu verteilen. 

Da es den KV'en nicht mehr alleine obliegt, die ambulante ärztliche Versorgung sicherzustellen, brauchen wir auch nicht mehr auf das Sreikrecht zu verzichten.