Jetzt erst recht: Bürgerversicherung ist das Thema für DAS POLITISCHE WARTEZIMMER?

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  • Letzter Beitrag 22 Januar 2018
Dr. Günter Gerhardt schrieb 08 Dezember 2017

Wir müssen die Bürgerversicherung im Politischen Wartezimmer thematisieren! Jetzt erst recht, nachdem einige SPD Vordere versuchen, die Bürgerversicherung, jetzt nach den Sondierungsgesprächen mit klaren Ergebnissen, durch die Hintertür einzuführen. Unser aktiver Kollege, der MEDI Chef Werner Baumgärtner will das Thema in die Wartezimmer tragen. 

Das Video (s.unten) können Sie runterladen und im Wartezimmer zeigen.
Nur Mut liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist nicht verboten und die Infos für das Video stammen von keinem Geringeren, als dem Vater der Bürgerversicherung Prof. Lauterbach höchstpersönlich.

 

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Dr. Günter Gerhardt schrieb 10 Januar 2018

Videotext:

Den Begriff Bürgerversicherung haben Sie schon einmal gehört. Was glauben Sie versteht man darunter? Eine Befragung hat ergeben, dass viele Menschen der Meinung sind, dass man unter einer Bürgerversicherung das Abschaffen der Privaten Krankenversicherung versteht und es dann zukünftig statt der vielen Krankenkassen wie AOK, IKK, BARMER usw. nur noch eine gibt, nämlich die Bürgerversicherung. Weit gefehlt: Eine Einheitskasse soll es nicht geben. Die unterschiedlichen Krankenkassen, auch die privaten, sollen weiterhin bestehen bleiben.

Allerdings sollen alle erstmalig Versicherte automatisch in der Bürgerversicherung, also der AOK, IKK, BKK, BARMER, DAK usw. versichert werden. Also nicht in einer Privaten Krankenkasse? Das kann derzeit nicht klar beantwortet werden, steht doch in einem Informationspapier zur Bürgerversicherung, dass auch die Privatversicherungen die Bürgerversicherung anbieten können.

Die Private Krankenversicherung würde nicht abgeschafft werden und die Sparte der Zusatzversicherungen bliebe bestehen. Die Systemumgestaltung sei ein Prozess und nicht alle Bürgerinnen und Bürger würden von heute auf morgen in die Bürgerversicherung wechseln.
Für Beamte würde ein beihilfefähiger Tarif geschaffen. Wie das alles umgesetzt werden soll? Schwer nach zu vollziehen, auch vor dem Hintergrund, dass die Privatversicherungen über Altersrückstellungen von 220 Milliarden Euro verfügen. Dieses Geld kann wohl nicht einfach in die Bürgerversicherung übertragen werden. Im Zweifelsfall muss darüber das Bundesverfassungsgericht entscheiden.

In dem Informationspapier steht auch, dass das höhere Einkommen des Arztes, der mehr Privatversicherte hat, nicht den gesetzlich Versicherten zugutekäme. Das kann man so nicht sagen, weil beispielsweise neue Untersuchungsgeräte für die Praxis oft nur angeschafft werden können dank der besseren Honorierung der ärztlichen Leistungen durch die Private Krankenversicherung. Der Einzug des medizinischen Fortschritts auch in die Praxen wird also maßgeblich von den privaten Krankenkassen ermöglicht, was dann auch den gesetzlich Versicherten zugutekommt.

Nicht unerwähnt bleiben darf der Umstand, dass viele privatversicherte ältere Menschen hohe Prämien bezahlen müssen, was sich durch die sinkende Zahl an Neumitgliedern und die Niedrigzinspolitik noch verschärfen könnte. Hier müssen sich die privaten Krankenversicherungen etwas einfallen lassen.

Fazit: Das Duo gesetzliche und private Krankenversicherung sollte beibehalten werden. Sinnvolle Elemente aus der geplanten Bürgerversicherung könnten von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden. Dazu gehören die paritätische Finanzierung des Beitragssatzes, d.h. dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte zahlen und ein Steuerzuschuss könnte als dritte Finanzierungssäule ausgebaut werden. Die Belastung der Arbeitnehmer würde dadurch sinken, und der Zusatzbeitrag könnte wegfallen.     

 

Hier das Video zum Runterladen: 

 

Dr. Günter Gerhardt schrieb 15 Januar 2018

So funktioniert es:

 

  • Es werden regelmäßig Beispiele auf vimeo zum Herunterladen zur Verfügung gestellt, es ist ein mp4 Format, ein gängiges Format. Wenn es nicht klappen sollte, probieren Sie den VLC Player (http://www.vlc.de/) aus.
  • Sie übertragen den Beitrag auf einen USB Stick und stecken den in Ihr TV Gerät im Wartezimmer.
  • TV Geräte mit USB Anschluss gibt es z.B. im Media Markt für 199 €, 299 € oder auch 338 € 
  • Sie informieren Ihre Patienten im Wartezimmer darüber, dass Sie mit diesen TV Beiträgen auch etwas tun wollen gegen den Ärztemangel.

 

Dr. Günter Gerhardt schrieb 22 Januar 2018

Was genau will die SPD in den Koalitionsverhandlungen erreichen? Am Tag nach dem Parteitagsbeschluss vom 21.1.18 reagieren Ärzte mit konstruktiver Kritik auf neue Trippelschritte Richtung Bürgerversicherung: Wir fordern ein Ende der Budgetierung, v.a. von ärztlichen Grundleistungen und ein Ende des Denkens in Quartalen.

Ein halber Schritt in Richtung Bürgerversicherung: Hamburg ist das Labor für den Rest der Republik, Beamte in die GKV.

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