Neuinfektionen 09.05.2020

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Dr. Günter Gerhardt schrieb vor 4 Wochen

Fast alle Kreise liegen deutlich unter Obergrenze bei Neuinfektionen

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Dr. Günter Gerhardt schrieb vor 4 Wochen

Robert-Koch-Institut

Fast alle Kreise liegen deutlich unter Obergrenze bei Neuinfektionen

Die allermeisten Landkreise in Deutschland liegen nach einer Übersicht des Robert-Koch-Instituts derzeit deutlich unter der von Bund und Ländern festgelegten Obergrenze für Corona-Neuinfektionen. Bisher (Stand 9.5. 11.15 Uhr) sind danach weiterhin drei Kreise bekannt, in denen dieser Grenzwert überschritten wird: Greiz in Thüringen, Coesfeld in Nordrhein-Westfalen und Steinburg in Schleswig-Holstein.

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland langsamer aus.
© Pixabay

Bund und Länder hatten am Mittwoch eine deutliche Lockerung der Corona-Auflagen vereinbart, zugleich aber beschlossen, dass sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird, wenn in Landkreisen oder kreisfreien Städten mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert werden.

Rund 10 weitere Kreise haben laut Robert Koch-Institut (RKI) derzeit mehr als 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche (Stand 9.5. 0 Uhr). Die anderen Kreise liegen darunter, einige melden gar keine Neuinfektionen mehr. Allerdings weist das RKI darauf hin, dass es unter anderem durch einen Verzug bei Datenübermittlungen zu Diskrepanzen zwischen seinen Angaben und den tatsächlichen lokalen Zahlen kommen kann.

Laut RKI sind in Deutschland seit Ausbruch der Seuche insgesamt rund 168.500 Infektionen registriert worden (Stand 9.5. 0 Uhr). Das sind rund 1.250 mehr als am Vortag. Geschätzte 143.300 Menschen haben demnach die Infektion überstanden, rund 1.600 mehr als am Vortag.

Die Reproduktionszahl lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag bei 0,83 (Datenstand 8.5. 0:00 Uhr). Das bedeutet, dass zehn Infizierte gut acht weitere Personen anstecken. Damit ist der Wert etwas höher als in den vergangenen Tagen. Am Donnerstag gab das RKI den Wert mit 0,71 an, am Mittwoch mit 0,65. Die Reproduktionszahl ist mit einer gewissen Unsicherheit behaftet.

09.05.2020 12:32:08, Autor: dpa/änd

 

Dr. Günter Gerhardt schrieb vor 4 Wochen

Reproduktionszahl in Deutschland steigt deutlich (09.05.2020)

 

Nachdem in Deutschland fünf Tage in Folge weniger als 1000 neu registrierte Coronavirus-Fälle registriert wurden, ist diese Zahl zwei Tage in Folge wieder um mehr als 1000 gestiegen. Zuletzt um 1300 auf über 168.300 Infizierte, wie Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten von Freitagabend zeigen. An Wochenenden bzw. langen Wochenenden mit Feiertag ist beim RKI ein Meldeverzug zu verzeichnen, sodass die Infiziertenzahl in der zweiten Wochenhälfte stets anwächst.

Die Zahl der Covid-19-Todesfälle legt um 141 auf mindestens 7337 zu. Mehr als 141.700 an Covid-19 Erkrankte seien inzwischen genesen. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Nach Angaben des RKI stieg die Reproduktionszahl auf 0,83, nachdem sie am Donnerstag noch bei 0,71 gelegen hatte. Anfang März lag die wichtige Kennziffer noch bei drei, am 8. April bei 1,3, Anfang der Woche bei 0,9 bis 1 – jeweils mit einer gewissen Schwankungsbreite. Die Kennzahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse diese Reproduktionszahl unter 1 liegen. Daneben ist unter anderem die Zahl der Neuinfizierten pro Tag wichtig.

Derzeit bereiten drei Landkreise besonders Sorge: Greiz in Thüringen, das derzeit laut RKI mit 75,4 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen bundesweit am stärksten betroffen ist. Zudem überschritt in der Nacht zum Freitag der Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen mit anteilig 52,7 gemeldeten Neuinfektionen die neue „rote Linie“ von wöchentlich 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In Coesfeld grassiert das Virus aktuell in einer Fleischfabrik, dort wurden bislang 129 Infektionen festgestellt.

Zudem meldete der Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein am Freitag eine Grenzüberschreitung. Wie aus den Angaben des Kreises von Freitag hervorgeht, gibt es aktuell 87 neu bestätigte Infektionen, der Grenzwert für den Kreis mit 131.000 Einwohnern liege bei 66 Neuinfektionen. Auch diese Erkrankungen stehen in Zusammenhang mit einem Schlachthof. Der Betrieb im Kreis Segeberg arbeitet mit einem Subunternehmer zusammen, der Beschäftigte in einer ehemaligen Kaserne in Kellinghusen im Kreis Steinburg untergebracht hat.

In der Stadt Rosenheim, wo der Wert noch am Donnerstag über der Grenze lag, entspannte sich indes die Lage. Hier sanken die wöchentlich gemeldeten Neuinfektionen auf 22,1 pro 100.000 Einwohner.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit fast 44.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2134 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 34.500 Fällen und mindestens 1396 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.000 bestätigten Fällen und mindestens 1535 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert von Bundesland zu Bundesland.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 338,7 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 202,4. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

Das RKI berücksichtigt die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern und aktualisiert seine Aufstellung einmal täglich.

Eine Viertelmillion Tote weltweit

US-Wissenschaftlern zufolge sind seit Beginn der Corona-Pandemie weltweit bereits 3.907.628 Infektionen mit dem neuartigen Virus nachgewiesen worden. Das ging Freitagnachmittag aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore (JHU) hervor. Demnach starben bereits 272.286 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Weltweit sind die Zahlen der neuen Todesfälle nun drei Tage in Folge gestiegen. Europa ist weiterhin der am stärksten betroffene Kontinent.

In Großbritannien sind mehr als 30.600 Menschen mutmaßlich an der vom Coronavirus ausgelösten Lungekrankheit Covid-19 gestorben – so viele wie sonst nirgends in Europa. Das nationale Statistikamt ONS teilt mit, dass in England und Wales 29.648 Verstorbene gezählt wurden, bei denen Covid-19 im Totenschein genannt ist.

Nimmt man die im Zusammenhang mit dem Virus in Schottland und Nordirland verstorbenen Patienten hinzu, ergeben sich 32.313 Tote. Das sind mehr als in Italien, das bislang die meisten Todesfälle in der Pandemie verzeichnet hat.

In Schweden sind inzwischen mehr als 3100 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Insgesamt sind 25.265 Infektionen nachgewiesen worden. Schweden hat als Reaktion auf die Corona-Pandemie deutlich weniger Restriktionen verhängt als die meisten anderen europäischen Länder.

Auffällig ist, dass auch in Schweden überwiegend ältere Menschen in Pflegeeinrichtungen oder der Heimpflege verstarben. Von den rund 1700 Toten bis Ende April waren so 90 Prozent über 70 Jahre alt. Der „Tagesspiegel“ schlüsselt weiter auf: Die Hälfte davon (948) lebte in Heimen, während 26 Prozent (493) durch Pflegedienste betreut wurden.

Spanien verlängert den nationalen Notstand ab Sonntag um weitere zwei Wochen. In dem Land übersteigt die Zahl der neuen Todesfälle nach drei Tagen wieder die Marke von 200 pro Tag. Das Gesundheitsministerium gibt einen Anstieg von 229 auf insgesamt 26.299 bekannt. Zudem sind 222.857 Infektionen verzeichnet, 1410 mehr als am Vortag. Die Zahlen liegen aber weiter deutlich unter den Höchstwerten der vergangenen Wochen.

In Italien ist die Zahl der Coronavirus-Toten mit Stand Freitagabend um etwa 240 auf 30.201 angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen ist aber seit geraumer Zeit rückläufig.  Insgesamt haben sich mittlerweile 217.185 Menschen angesteckt. Allerdings weisen Experten immer wieder darauf hin, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. Auch deuten Sterbestatistiken darauf hin, dass es wesentlich mehr Tote gibt. Italien ist in der Krise nach Großbritannien in Europa das Land mit den meisten Todesopfern.

Die Zahl der neuen Virus-Toten in Frankreich ist weiter rückläufig. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums vom Donnerstag starben zuletzt 178 Menschen an den Corona-Folgen. Insgesamt gibt es damit nach amtlichen Angaben in Frankreich nun 25.987 Covid-19-Tote. Auch die Zahl der Patienten auf Intensiv-Stationen sank um weitere 186 auf 2961 und lag damit erstmals seit dem 25. März unter die Marke von 3000.

In Russland steigt die Zahl der neugemeldeten Infektionen weiter an. Insgesamt meldet das Land nun 187.859 Erkrankte. Die offizielle Zahl der Toten stieg auf 1723Moskau ist am stärksten von der Pandemie betroffen. Russland ist zurzeit das Land mit den meisten täglichen Neuinfektionen in Europa.

Über 75.000 Tote inzwischen in den USA

In den USA hat die Zahl der Toten in Verbindung mit dem Coronavirus nach den JHU-Zahlen die Marke von 76.300 überschritten. In dem Land gibt es inzwischen knapp 1,26 Millionen bestätigte Infektionen – mehr, als in den danach am schwersten betroffenen Ländern Spanien, Italien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland zusammen. Ein Vorhersage-Modell der Universität von Washington, das vom Weißen Haus oft herangezogen wird, hatte seine Prognose zur Totenzahl in den USA am Montag auf mehr als 134.000 bis zum 4. August verdoppelt. Die Anpassung hänge mit der zunehmenden Mobilität nach der für Mitte Mai erwarteten Lockerung der Ausgangssperren in 31 Bundesstaaten zusammen, erklärte das Institut.

 

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