Telematikinfrastruktur (TI): Das sollten Sie wissen

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Dr. Günter Gerhardt schrieb 17 Juli 2017

Eine ablehnende Haltung gegenüber E-Health und der Datenautobahn im Gesundheitswesen, der Telematikinfrastruktur (TI), kann man niedergelassenen Ärzten nicht mehr vorwerfen, aber vier Fünftel fühlen sich von der Selbstverwaltung schlecht informiert. 

Angehängt auch das Informations-Rundschreiben der KBV vom Juli 2017 ud ein Angebot der CGM.

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Dr. Günter Gerhardt schrieb vor 4 Wochen

Spahn lenkt ein

Ärzte bekommen mehr Zeit für Anbindung an die TI

Die Anbindung der Arztpraxen in Deutschland an die Telematikinfrastruktur hat sich unter anderem wegen fehlender Konnektoren immer wieder verzögert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte nun der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag): „Niedergelassene Ärzte bekommen ein halbes Jahr mehr Zeit, ihre Praxen an die Telematik-Infrastruktur anzuschließen.“

Dass es länger dauere, hätten nicht die Ärzte zu verschulden, sondern Lieferengpässe der Industrie. Es bleibe aber dabei, dass Praxisinhaber bis Jahresende einen Anschluss bestellt und den Vertrag unterzeichnet haben müssten.

Ärztevertreter hatten gefordert, die bisher bis 31. Dezember laufende Frist für den Anschluss ans Datennetz bis Mitte 2019 zu verlängern. Wenn Praxen die Frist reißen, drohen Sanktionen wie Honorarabzug. Die Telematik-Infrastruktur soll alle Beteiligten des Gesundheitswesens wie Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken und Krankenkassen vernetzen. Spahn sagte der Zeitung: „Egal, wie wir die digitale Zukunft des Gesundheitswesens gestalten: Der Anschluss der Praxen an die Telematik-Infrastruktur ist die Basis dafür.“

Nach einer Schätzung der Betreibergesellschaft gematik haben sich bis zum Jahresende maximal 50.000 Arzt- und Zahnarztpraxen an das System angeschlossen – rund ein Drittel aller Praxen.

28.09.2018 17:57:45, Autor: dpa/red

 

Dr. Günter Gerhardt schrieb vor 4 Wochen

Medi

Baumgärtner kündigt TI-Sammelklage an

Die Verunsicherung unter den Niedergelassenen beim Thema Telematikinfrastruktur ist groß, berichtet der Chef des Ärzteverbands Medi, Dr. Werner Baumgärtner. Wer trägt am Ende wirklich die Kosten? Im Falle von Rechtstreitigkeiten kündigt der Verband schon mal eine Sammelklage an.

Medi-Chef Baumgärtner berichtet von großer Verunsicherung in den Praxen.

Medi-Vorstandschef Dr. Werner Baumgärtner berichtet in einer Videobotschaft an seine Mitglieder von einer „großen Verunsicherung in den Praxen“. Er bekäme derzeit täglich Anrufe von besorgten Kollegen. Und rate den Niedergelassenen daher weiter, abzuwarten.

Denn noch immer seien die Kinderkrankheiten der Telematikinfrastruktur nicht vollständig behoben. Zwar laufe es bei der Installation der Konnektoren in den Praxen mittlerweile störungsfreier als noch vor einigen Wochen. Doch im Praxisablauf komme es noch immer zu Problemen. Dies liege vor allem daran, dass einige Patienten noch immer mit der alten Gesundheitskarte in die Praxen kämen. Diese aber können von den neuen Lesegeräten nicht eingelesen werden.

Baumgärtner hält es für „einen Skandal“, dass die Politik mit der TI ein neues System einführe, das die alten eCards nicht akzeptiert, bevor die Umstellung auf die neuen Gesundheitskarten überhaupt komplett abgeschlossen sei.

Auch in Sachen Finanzierung gebe es noch offene Fragen. So sei noch immer nicht abschließend geklärt, ob die Krankenkassen am Ende wirklich alle Kosten, die durch die TI entstehen, auch übernehmen, so der Medi-Chef. So stehe es immerhin im E-Health-Gesetz und „das muss auch so sein“, fordert Baumgärtner. Denn die Ärzte hätten doch gar nichts von der TI. Diese diene allein den Kassen zum Abgleich der Stammdaten ihrer Versicherten. Aber wer bezahle den Ärzten zum Beispiel den bürokratischen Mehraufwand, den sie durch die TI hätten? Solche offenen Finanzierungsfragen lasse man gerade von einer renommierten Anwaltskanzlei klären. Baumgärtner rechnet hier bis Ende des Monats mit Ergebnissen.

Der Medi-Chef bekräftigt zudem sein Vorhaben, für mögliche rechtliche Auseinandersetzungen in Zusammenhang mit dem TI-Konnektor eine Sammelklage anzustrengen zu wollen. Diese wolle der Verband für seine Mitglieder finanzieren.
24.09.2018 16:03:11, Autor: mm

Kosten bis zu 60 Millionen Euro

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