Videosprechstunde: 9,27 € einmal im Quartal und nur wenn...

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Dr. Günter Gerhardt schrieb 25 Dezember 2016

KBV und GKV Spitzenverband haben sich auf die technischen Anforderungen an eine Videosprechstunde geeinigt. Die Videosprechstunde soll am 1.7.2017 in Kraft treten.

Honorar 9,27 € einmal im Quartal, aber nur falls nur Videosprechstunden stattgefunden haben, ansonsten im Budget

Die Videosprechstunde ist mal wieder die glatte Verarschung, s.u. Wolf im Schafspelz

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Dr. Günter Gerhardt schrieb 07 August 2017

Sächsische Patienten wollen die Videosprechstunde erst dann, wenn es um Folgetermine geht. 2/3 würden die Videosprechstunde für eien Folgetermin nutzen und 8 % beim Erstkontakt.

Ich glaube, das ist nicht nur in Sachsen so. Gerade Patienten, die mit ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt "was zu besprechen haben", werden dieses Gespräch nicht in der Videosprechstunde führen. Mag sein, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird, aber derzeit sind wir von diesem Szenario noch weit entfernt.

Dr. Günter Gerhardt schrieb 15 Juli 2018

Ein zutreffender Cartoon von dem Kollegen Wolfgang Porn aus Alzey

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Dr. Günter Gerhardt schrieb 04 September 2018

Stephan Bönig - 29.08.2018 12:51 - 90

Innere Medizin

Was bringt eine Onlinesprechstunde? Es dürfen weder Überweisungen noch Rezepte ausgestellt werden und körperliche oder andere Untersuchungen sind nicht möglich - was bleibt also? Eine Kommunikation mit dem Patienten. Fragen können beantwortet und Ratschläge erteilt werden. Eine Innovation dank des Internets? Ein hoch auf das digitale Zeitalter? Eher nicht, denn genau das kann das gute alte Telefonat auch! Es ist egal wie ich kommuniziere - persönlich, per Telefon oder über irgendwelche Chats und Apps - das Ergebnis ist stets das Gleiche! Was soll also dieser Hype über Onlinesprechstunden? Gibt es schon lange, hieß bis jetzt nur Telefonsprechstunde!

Dr. Günter Gerhardt schrieb vor 5 Wochen

Die Videosprechstunde: Ein neuer Wolf im Schafspelz

Haben Sie auch gejubelt, als der Ärztetag im Mai in Erfurt das Fernbehandlungsverbot gelockert hat und die Videosprechstunde von Krankenkassen als „als hervorragende Alternative zum Praxisbesuch“ gelobt wurde, und „damit Versorgungslücken geschlossen, allgemeine Beschwerden rascher abgeklärt und immobile Patienten intensiver betreut werden“?
Wenn eine solche Entscheidung der Delegierten des Ärztetages ganz spontan von der Politik und den Kassen gelobt und begrüßt werden, dann müssen wir liebe Kolleginnen und Kollegen nicht nur stutzig werden, sondern uns massiv einmischen in den weiteren Prozess.  Beispiel Videosprechstunde: Sie kann und darf niemals die normale Sprechstunde ersetzen, wo wir mit einem Patienten in einem geschlossenen Raum sitzen, und das gesprochene Wort gilt. Im Rahmen einer Videosprechstunde wissen wir nie wer alles noch an der Sprechstunde „teilnimmt“ ohne dass wir es bemerken, wo und wann irgendwelche Mitschnitte auftauchen, die gegen uns verwendet werden können.
Jeder von uns sollte sich Gedanken machen darüber, was ihm diese Videosprechstunde bringt. Also finanziell schon einmal gar nichts: 9,27 € einmal im Quartal, aber nur, wenn im Behandlungsfall ausschließlich Videosprechstunde stattgefunden hat, ansonsten im Budget. Für typische HA-Praxen bedeutet das: immer im Budget. Weitere KO Kriterien hat unser Kollege Gerd Zimmermann in seinem Beitrag „Nicht zu Ende gedacht“ in der MT Nr.21 vom 25.Mai 2018 sehr gut beschrieben. Die Kassen werden in der Tat jubeln über die Videosprechstunde: Gleiche Leistungen wie jetzt, aber wesentlich billiger. Ich weiß nicht, inwieweit den Kammerfunktionären ihre Entscheidung in letzter Konsequenz bewusst war, im Beschluss steht auf jeden Fall, dass Kommunikationsmedien nur im Einzelfall den direkten Arzt-Patienten-Kontakt ersetzen sollen. Ich spreche auch absichtlich nicht pauschal von der Telemedizin, die eindeutig unsere Arbeit erleichtern und sie auch interessanter gestalten kann in der Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen in Praxen, Kliniken REHA Einrichtungen und wo sonst auch immer. Unsere Aufgabe muss es nur wirklich sein, klar zu unterscheiden, was die Versorgung unserer Patienten verbessert, wozu auch die letztgenannte Kommunikation gehört und was uns schadet.  Nicht nur finanziell, sondern auch aus unter forensischer Sicht. Wir können und dürfen uns dabei nicht nur auf industrielle Anbieter (Callcenter als telemedizinische Primärarztmodelle!) verlassen, sondern sollten, auch mithilfe unserer KV, Erfahrungen permanent austauschen, um so die Spreu vom Weizen trennen zu können. Wir sollten außerdem höllisch aufpassen, dass aus der von den Kassen ihren Mitgliedern gegenüber angepriesenen Videosprechstunde kein Kostensparprogramm wird: „Nehmen Sie vor dem Praxisbesuch erstmal Videokontakt auf! Vielleicht brauchen Sie dann ja gar nicht mehr in die Sprechstunde!“ Die Krönung wäre dann ein Indikationskatalog für die Videosprechstunde.
Losgelöst von unserem täglichen Praxisalltag ist der Videochat mit unbekannten Patienten in der Notfallversorgung zu sehen. Hier können die Patienten wirklich, wie von der KBV richtig auf den Weg gebracht, über die 116117 rund um die Uhr in die geeignete Versorgungsebene geleitet werden, sodass ein Zulaufen der Klinikambulanzen mit Bagatellen zukünftig unterbleibt. Nur dann werden wir auch unserem Sicherstellungsauftrag gerecht, was in der politischen Diskussion dringend notwendig ist.
Alle 17 Ärztekammern müssen ihre Berufsordnungen entsprechend anpassen. Die Kammer in Schleswig-Holstein hat ihre Berufsordnung schon vor dem Ärztetag in Erfurt nachahmenswert geändert. So steht dort jetzt beispielsweise in der Berufsordnung „Fernbehandlung ist erlaubt, wenn diese ärztlich vertretbar und ein persönlicher Kontakt mit der Patientin oder dem Patienten nicht erforderlich ist“.

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