Ohne uns bricht die amb. Versorgung zusammen

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  • Letzter Beitrag 18 April 2020
Dr. Günter Gerhardt schrieb 10 April 2020

Die HÄ in RLP ärgern sich mit Recht über das Verhalten der Politik in RLP. Vielen Dank und Chapeau liebe Frau Römer für Ihr Statement (s.u.).

Wir wundern uns aber auch über das achselzuckende Verhalten der Kolleginnen und Kollegen in Bayern, die Herrn Söder einfach so machen lassen. Bitte lesen Sie unten "Söders Plan: Versorgungsärzte, Zwangsverpflichtung...Retourkutsche für 2010?"

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Dr. Günter Gerhardt schrieb 10 April 2020

Hausärzte-Appell

„Ohne uns bricht die ambulante Versorgung zusammen!“

Die Hausärzte in Rheinland-Pfalz reagieren zunehmend ungehalten auf das Verhalten der Politik in der Corona-Krise. Der hiesige Hausärzteverband fordert mehr Unterstützung – nicht nur mit Schutzkleidung, sondern auch in Sachen Honorar.

Verbandschef Römer: „Wir brauchen dringend Unterstützung unserer Arbeit – JETZT! “
© HÄV RLP

„Es reicht! Das institutionelle Verhalten gegenüber der essenziell notwendigen, hausärztlichen Tätigkeit gerade in diesen Krisenzeiten ist unverantwortlich“, kritisiert Dr. Barbara Römer, Vorsitzende des Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz, in einem aktuellen Rundschreiben an die Verbandsmitglieder.

Mit ganzer Kraft engagierten sich die Hausärzte für die Sicherstellung der ambulanten Patientenversorgung. „Wir entziehen uns nicht der Verantwortung! Doch wie werden wir unterstützt?“, fragt Römer.

Überall fehle es an Schutzkleidung. Während die Landesregierung verkünde, sie sei nicht verantwortlich für den Schutz der Niedergelassenen. „Im Endemiefall ist die staatliche Hand verantwortlich“, betont die Verbandschefin.

Hausärzte würden derzeit alles dafür tun, um Infektionsketten zu durchbrechen und wandelten persönliche in indirekte Kontakte um – etwa durch telefonische Konsultationen.

Doch warum seien die Telefonsprechstunden budgetiert, Online-Sprechstunden aber nicht?, wundert sich Römer. Datenleitungen seine entweder chronisch überlastet oder regional gar nicht vorhanden. „Videophonie überwiegend schlichtweg nicht umsetzbar“, schimpft sie.

Ihr Verband fordere daher eine sofortige Entbudgetierung sämtlicher Gesprächsleistungen „einschließlich der verbalen Intervention sowie eine Abrechenbarkeit UNABHÄNGIG davon, ob sie telefonisch, per Videophonie oder im direkten Arzt-Patienten-Kontakt erbracht werden, UND UNABHÄNGIG davon, worüber mit den Patienten gesprochen wird!“, fordert Römer.

Sie appelliert: „Wir brauchen dringend Unterstützung unserer Arbeit – JETZT! Ohne die Hausärztinnen und Hausärzte bricht die ambulante Versorgung zusammen.“

10.04.2020 08:59:33, Autor: mm

 

Dr. Günter Gerhardt schrieb 11 April 2020

Kassenärztliche Vereinigung MV

„Die Politik muss genauer auf die Niedergelassenen schauen“

Die Rolle der niedergelassenen Ärzte im Kampf gegen das Coronavirus werde öffentlich zu wenig gewürdigt, kritisiert der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Mecklenburg-Vorpommern. „Wir verlangen von der Politik, dass sie genauer schaut, wie das Bollwerk vor den Krankenhäusern arbeitet und belastet ist.“

Die Politik konzentriere sich darauf, die stationäre Versorgung schwerstkranker Covid-19-Patienten sicherzustellen. Dies sei zwar vernünftig, dürfe aber nicht der alleinige Fokus sein, fordert KV-Chef Rambow.
© KVMV

„Die Leistungen unserer Ärzte und Psychotherapeuten in den Praxen als Bollwerk vor den Krankenhäusern, als erster Ansprechpartner der verunsicherten, ängstlichen oder panischen Patienten“ würden von Politik und Medien zu wenig wahrgenommen. „Das bewegt uns als Vorstand sehr“, schreiben KV-Chef Axel Rambow und seine beiden Stellvertreterinnen Jutta Eckert und Angelika von Schütz im aktuellen „KV-Journal“.

Die Politik konzentriere sich darauf, die stationäre Versorgung schwerstkranker Covid-19-Patienten sicherzustellen. Dies sei zwar vernünftig, dürfe aber nicht der alleinige Fokus sein. Aussagen wie: „...die Wartezimmer sind leer, die Ärzte haben nicht viel zu tun“, seien ein Beleg für „ein absolutes Unverständnis dessen, was besonders in den Praxen der grundversorgenden niedergelassenen und angestellten Ärzte zurzeit geschieht, in denen Patienten mit massivem Kraftaufwand durch Ärzte und Personal telefonisch, zunehmend auch per Video betreut werden“.

Als Nichtmediziner könne man sich nicht vorstellen, wie „kraftzehrend eine solche Tätigkeit sei. Das Maß der Belastung von niedergelassenen Ärzten lasse sich nicht nur an der Anzahl der Patienten in den Wartezimmern messen. „Wir verlangen von der Politik, dass sie genauer schaut, wie das Bollwerk vor den Krankenhäusern arbeitet und belastet ist. Auch hier soll die Fürsorgepflicht des Staates stattfinden!“, fordert der KV-Vorstand.

An die Vertragsärzte appelliert er: „Zeigen Sie alle Geschlossenheit und Präsenz für Ihre Patienten.“ Man arbeite in der KV fieberhaft daran, den Niedergelassen den Rücken frei zu halten.

11.04.2020 08:18:42, Autor: mm

Dr. Günter Gerhardt schrieb 11 April 2020

Bitte auch Geschlossenheit zeigen gegenüber Politik, Krankenkassen, Versicherungen, MDK, Sozialgerichten, DRV, Landesämter etc. Ich habe dieser TageTelefonate geführt mit einer Versicherung und meinem geliebten MDK. In beiden Briefen stand "Wir erwarten Ihre Antwort bis...(2 Tage nach Posteingang)". Eigentlich wollte ich nur deutlich machen, dass wir diese kurzen Fristen nicht einhalten können und jetzt in Coronazeiten schon einmal gar nicht. Ich wurde 2x sehr barsch abgefertigt von 2 Damen im Homeoffice mit den Worten "Das gehört zu Ihren Aufgaben!"

Und liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte nicht an der Selbstverwaltung, dem Sicherstellungsauftrag rütteln. Wir müssen den Status Körperschaft erhalten, wir sind damit auf Augenhöhe zu den Krankenkassen und der Politik. Wenn Sie mit der KV , die erhalten werden muss, unzufrieden sind, dann raus aus den Sesseln und Engagement! Nicht nur schreiben, sondern handeln. M.E. wäre das änd Wartezmmer TV mit politischen Themen, die uns auf der Seele brennen, eine gute Möglichkeit, sich zu engagieren. Warum wohl fürchten die Krankenkassen, die Politik und auch die Medien ein solches politisches Wartezimmer TV wie der Teufel das Weihwasser. Weil sie die (möglichen!) Zuschauerzahlen fürchten. "Müssen wir aber nicht" sagte mir ein namhafter Politiker und ein Intendant eines großen öffentlich rechtlichen TV Senders, "weil Ihr Ärzte Euch nicht einig seid, sondern lieber untereinander in aller Öffentlichkeit Eure Kämpfe austragt wie beispielsweise HA gegen FÄ..." Was hat mir mal vor vielen Jahren ein Landesgesundheitsminister gesagt? "Wenn es in einer Ärzteveranstaltung für mich eng wird, dann muss ich nur den Ball spielen HÄ...FÄ" spielen und schon geht's los, ich kann den Saal verlassen, was nicht bemekt wird."

"Divide et impera" hat schon immer geklappt. Ein derzeitiger Meister dieser Strategie ist Herr Söder: Er hat jetzt in Bayern die Gunst der (Corona) Stunde ergriffen - abgekupfert von Victor Orbán -

 und die Versorgungsärzte eingeführt, die von Bürgermeistern und Landräten ernannt werden und die Zwangsverpflichtung.

Können Sie sich noch an die Ereignisse rund um die Idee des Kollegen Hoppenthaller erinnern? Ich schon! Aus heutiger Sicht sage ich: Schade dass das damals nicht geklappt hat.

Googlen Sie mal "Korbmodell/Hoppenthaller/Söder".

Ein Kollege hat auf diesem Forum geschrieben "Ein Aufschrei muss durch die Ärzteschaft gehen". Recht hat er. Wenn wir diese Gelegenheit wieder versäumen und uns lieber wortgewaltig in Szene setzen, weil beispielweise die HÄ auf die FÄ sauer sind weil sie weniger arbeiten müssen und die FÄ auf die HÄ, weil sie weiter Umsatz machen, dann ist uns nicht zu helfen. Unter dem Motto "Regress statt Corona" wird in Berlin längst an einer Verschärfung der Wirtschaftlichkeitsprüfung gefeilt, für den Fall, dass in der Corana-Krise mehr oder vielleicht sogar falsch (bei täglich neuen Regelungen) abgerechnet wird. Wenn ich dann in Ärzteveranstaltungen Sätze höre wie "das ist halt so, wie immer, machen kann man eh nix und es ist ja irgendwie immer weiter gegangen", dann denke ich: OK, der Letzte macht das Licht aus!

 

Dr. Günter Gerhardt schrieb 18 April 2020

Dr.med. Günter Gerhardt Zu meinem Profil änd Wartezimmer-TV

 

 



Covid-19

Niedergelassene „wichtiger Baustein“ bei Virusbekämpfung

Professionalität und Flexibilität von Ärzten und ihren Teams – das sind für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Gründe dafür, warum das Land bislang „gut durch die Krise“ – die Corona-Pandemie - gekommen ist. Bei einem Besuch der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hamburg lobte er die Ärzte „hier und in ganz Deutschland“ für ihren engagierten Einsatz.

Jens Spahn lobte in Hamburg niedergelassene Ärzte.
© Archiv

So würden sechs von sieben Covid-19-Patienten von niedergelassenen Ärzten begleitet, damit sich die Krankenhäuser auf schwerere Fälle konzentrieren könnten. „Niedergelassene sind ein wichtiger Baustein.“ Ein anderer Baustein seien die einschneidenden Maßnahmen, die dabei geholfen habe, die Infektionsdynamik bundesweit und insbesondere in Hamburg mit seinen vielen Winterurlaubs-Rückkehrern zu durchbrechen.

Der Vorsitzende der Vertreterversammlung der KV, Dr. Dirk Heinrich, zeigte sich „stolz“ auf die Kollegen, die wie die Medizinischen Fachangestellten vom ersten Tag an ihren Dienst normal geleistet hätten – ob mit Schutzausrüstung oder ohne. Für wichtig halte er es zudem, dass Menschen abseits von Corona versorgt würden. „Wir können, wir wollen, wir werden das leisten.“

Auch die „Leistungsfähigkeit“ der KV lobte er. Es seien Sachen angepackt worden, für die die KV gar nicht zuständig ist. „Wir sind kein Logistikunternehmen.“ Aber die KV hätte Material bestellt, Lager gemietet, für Logistik gesorgt, neue Fahrzeuge, Sanitäter und Mitarbeiter organisiert. Laut Walter Plassmann, Vorstandsvorsitzender der KV, seien mehr als 60 Prozent der rund 4.000 Infizierten in Hamburg vom Arztruf auf ihre Erkrankung getestet worden - das bedeutet, diese Menschen sind bei sich Zuhause getestet worden und mussten nicht den Weg zur Arztpraxis auf sich nehmen. Das zeige die Bedeutung der KV.

17 Konzepte, aber gleiches Ziel 

Konzepte wie diese nannte Spahn als positives Ergebnis davon, dass das Gesundheitssystem nicht zentral gesteuert werde. Zwar würden die 17 Kassenärztlichen Vereinigungen verschiedene Konzepte vorbringen, aber das Ziel sei gleich. „Das macht uns stark.“ Die Zusammenarbeit zwischen Politik und Selbstverwaltung sei indes gut, Spahn sei „sehr dankbar für das, was Ärzte und KVen leisten“.

Für Arztpraxen, die wegen fehlender Patienten mit finanziellen Einbußen rechnen müssen, seien gesetzlichen Voraussetzungen für Unterstützung geschaffen worden, so Spahn. Plassmann dazu: „Die generalisierten Regelungen muss jede Kassenärztliche Vereinigung auf ihre Honorarsysteme übertragen.“ Jeder Arzt und Psychotherapeut könne zuversichtlich sein, dass ihm damit geholfen werde.

Heinrich schätzte, Kurzarbeit, die mittlerweile zum Teil in Kliniken angemeldet wurde, sei „möglicherweise für spezialisierte Ärzte Thema gewesen“. Er selbst halte Kurzarbeit zwar für „bedauerlich“ – aber sie sei in Anbetracht der Versorgungsengpässe in anderen Ländern ein gutes Zeichen. Auch Spahn sagte: „Ich führe lieber eine Debatte über Kurzarbeit als eine Situation zu haben wie in anderen Ländern.“

18.04.2020 08:34:06, Autor: mh

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