Kooperation Ärzte-Senioren, warum sinnvoll?

  • 314 Aufrufe
  • Letzter Beitrag 08 September 2021
Dr. Günter Gerhardt schrieb 08 August 2021

Die Zahl der Anfragen nimmt zu, auch Mitteilungen von Senior*innen dazu, was ihre Ärztin/ihr Arzt von der Kooperation hält. Zum Glück erstmal keine totale Ablehnung, aber Skepsis "das klappt doch sowieso nicht" und "was soll das bringen?"
In einem Beitrag weiter unten habe ich es versucht zu erklären:
1. Wir setzen uns für die Belange unserer Patienten ein und
2. unterstützen uns dabei gegenseitig durch Austausch unserer Erfahrungen.
3. Die knapp 100 Seniorenbeiräte in RLP laden uns zu Diskussionsabenden ein, in deren Verlauf sowohl     
die Sorgen und Nöte der Senior*innen (Patienten) zur Sprache kommen, als auch unsere. Die Patienten (in einem ersten Aufschlag Senior*innen), brauchen uns, um gesund zu bleiben bzw. zu werden und wir Ärzt*innen brauchen die große Zahl von Patienten um notwendigen Veränderungen unseres Gesundheitssystems, die Ärzten und Patienten gleichermaßen auf der Seele brennen, politisches Gehör zu verschaffen.
4. Es können sich auch Arbeits- Selbsthilfegruppen zu ganz speziellen Indikationen bilden z.B.             
Medizinalcannabis.

24 Seniorenbeiräte und 96 Arztpraxen haben um Rat gebeten zu folgenden Themen:

Cannabis auf Rezept
Pflegestufe
Grad der Behinderung (GdB)
Reha für Rentner
Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung

Wenn die Anfragen wirklich zahlenmäßig zunehmen muss das zukünftig über eine Passwortgeschützte Website erfolgen: Viele wissen mehr und können sich untereinander helfen.

Bitte schreiben Sie mir gg@wissen-gesundheit.de

Sortieren nach: Standard | Neueste | Stimmen
Dr. Günter Gerhardt schrieb 05 September 2021

Das Beispiel Reha hat die Allgemeine Zeitung aus Mainz am 2.9.2021 aufgegriffen. Die wichtigsten Sätze kurz zusammengefasst:

Reha...Ablehnung...Widerspruch...Danach ist ausreichend Zeit, um den Widerspruch gut zu begründen - am besten mithilfe eines Arztes, der sich mit dem Gutachten der Versicherung auseinandersetzt. 

Und diese zeitaufwendige Arbeit kennen wir alle. Da können wir uns gegenseitig helfen mit den vielfältigen Erfahrungen die wir gemacht haben, womit dann eine weitere Ablehnung der Begründung verhindert werden kann. Der Patient wird dankbar sein, dass seine Reha bewilligt wurde und wird sich im Gegenzug auch für Belange einsetzen, die ihn und uns tangieren. Letztlich ist das eine politische Koopertion, die man zukünftig nur anhand von Beispielen erklären kann. Ich vermute mal, dass Sie liebe Frau Kollegin, lieber Herr Kollege schon verstehen, wie eine solche Kooperation auch uns sehr wohl nutzen kann.

Dr. Günter Gerhardt schrieb 08 September 2021

In der heutigen (08.09.2021) Sitzung der KV RLP kam auch die Wertschätzung der Ärzt*innen zur Sprache, die nur im Bereich unserer - v.a. älterer -  Patient*innen vorhanden ist,  worum uns gerade die Politik sehr beneidet.

Und geenau diese vorhandene Wertschätzung sollten wir nutzen für einen nächsten Schritt, nämlich die Kooperation von "Ärzten und Patienten". 

Dr. Günter Gerhardt schrieb 08 September 2021

Ich möchte ich Ihnen die Kooperation von Patienten und Ärzten an dieser Stelle vorstellen, ein Plan, mit dem ich mich schon seit geraumer Zeit beschäftige. Die Umsetzung ist bislang immer an der Machbarkeit gescheitert. Durch meine Wahl zum Vorstandsvorsitzenden der Landesseniorenvertretung (LSV) RLP hat sich eine Möglichkeit ergeben, diesen alten Plan mit Leben zu erfüllen.

Wozu brauchen wir eine Kooperation von Patienten und Ärzten? Die Patienten (in einem ersten Aufschlag Senior*innen), brauchen uns, um gesund zu bleiben bzw. zu werden und wir Ärzt*innen brauchen die große Zahl von Patienten um notwendigen Veränderungen unseres Gesundheitssystems, die Ärzten und Patienten gleichermaßen auf der Seele brennen, politisches Gehör zu verschaffen.

 Beispiele aus der täglichen Praxis verdeutlichen den Nutzen einer solchen Kooperation: Sie kennen alle die Flut von Anfragen, Mahnungen, Ablehnungen der gesetzlichen und privaten Krankenkassen, der DRV, der Bundesagentur für Arbeit, des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung…, dann die Anträge nach dem Schwerbehindertenrecht, für eine Pflegestufe, eine Rehabilitationsmaßnahme, eine (Erwerbsminderungs-) Rente, eine Kostenübernahme für medizinisches Cannabis...

Viele unserer vor allem älteren Patienten bleiben dabei im Gestrüpp der Bürokratie hängen und hoffen auf Unterstützung ihrer sie behandelnden Ärzt*innen. Die wiederum werden von dem gleichen zeitraubenden Bürokratiemonster “erstickt“.

Ein Lösungsansatz wäre hier eine Kooperation von Ärzten und Patienten, die sich für einen wirklichen, oft versprochenen, nie eingetretenen Bürokratieabbau einsetzen.

Die Senior*innen in RLP (1,2 MIO) sind gut organisiert und vernetzt. Kommunale Seniorenbeiräte sind eine in den Kommunalordnungen von RLP verankerte Form der Mitgestaltung. 1989 haben sich die ersten Seniorenbeiräte in RLP gebildet. 2003 wurde ihre Beteiligung in der Gemeindeordnung und in der Landkreisordnung von RLP gesetzlich verankert. Aktuell gibt es fast 100 kommunale Seniorenbeiräte in RLP. Der neunköpfige Vorstand trifft sich (in der Pandemie online) einmal im Monat. Er arbeitet eng mit dem zuständigen Ministerium (in der neuen Legislaturperiode ist es das Ministerium für Arbeit,, Soziales, Transformation und Digitalisierung MASTG) zusammen, es finden routinemäßig 2 Sitzungen mit dem Ministerium/Jahr statt, bei Bedarf auch häufiger und einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung. 

Homepage der LSV RLP: www.landesseniorenvertretung-rlp.de,
Senioren Kanal: youtube.com/c/seniorenrlp

Zunächst einmal sollten wir Kolleginnen und Kollegen auf einer passwortgeschützten Website unsere Erfahrungen austauschen mit den o.g. Anfragen und Anträgen. Parallel dazu verschaffen sich unsere Patient*innen in den Seniorenvertretungen das öffentliche/politische Gehör für die ihnen zustehenden präventiven, kurativen und palliativen Leistungen. Der dabei anfallende bürokratische Aufwand muss für Patienten und Ärzte gering, zeitlich überschaubar und v.a. verständlich nachvollziehbar sein (nähere Informationen  hier auf dieser Seite).

Bitte schreiben Sie mir, wenn Sie interessiert sind bzw. eigene (Verbesserungs-) Vorschläge einbringen möchten (gg@wissen-gesundheit.de).

 

Close